Weniger ist mehr? Welche Reithalfter werden genutzt?

Warum genau DAS Reithalfter?

Das hannoversche Reithalfter scheint immer noch das Maß der Dinge zu sein, wenn man einen Isländer reitet, oder? Wenn man die Reiter fragt, weshalb sie damit reiten, heißt es oft: "Weil man das so macht." Die wenigsten machen sich Gedanken über den Sinn (oder Unsinn?) eines Reithalfters. Theoretische Exkurse zu dieser Thematik gibt es zu genüge, insbesondere über das Sperrhalfter.

Eine kleine Umfrage in sozialen Medien zeigt aber einen neuen "Trend". Das Englische Reithalfter. Von über 350 Befragten, entscheiden sich etwa 1/3 für das englische. Die Antwort nach dem Warum sind vielfältig. Viele schreiben, dass es einfach schöner aussieht und man es locker verschnallen kann, damit das Pferd Atmen, Kauen und Gähnen kann.IMG_20171017_084038_636

Theoretisch kann man jedes Reithalfter locker verschnallen, es verliert nur dann vielleicht seinen Zweck? Manch einer argumentiert mit "Das mache ich, je nach Lust und Laune". Der Sinn erschließt sich mir dort nicht, aber wenn das Pferd sowohl mit als auch ohne gut läuft – warum nicht. Am sinnigsten finde ich noch die Erklärung, dass man es von der jeweiligen Kopfform abhängig macht. Das hannoversche Reithalfter passt oftmals nicht bei den Isländern, wenn sie eine sehr kurze Maulspalte haben. Der Hype des "so wenig wie möglich" scheint auch bei den Isländern Einzug gefunden zu haben, wenn man den sozialen Medien glauben mag. Keiner outet sich freiwillig, dass er ein Reithalfter benötigt, weil das Pferd sich den Reiterhilfen entzieht. Denn das wäre ja nicht "Pro Pferd". Ein wenig Ehrlichkeit zu seinen eigenen Fähigkeiten und die des Pferdes tät auch den sozialen Medien ganz gut. Ich persönlich reite auch gerne "ohne alles". Aber: Das kann ich nicht immer und schon gar nicht bei jedem Pferd. Das wir alle die Pferde vorne nicht zuschnüren ist hoffentlich jedem klar, aber ich denke, bei so vielen unterschiedlichen Pferden, hat ein Reithalfter durchaus noch eine Daseinsberechtigung. Welches es dann sein mag, ist verschieden. Ich fänd es nur großartig, wenn jeder sich darüber Gedanken macht, welches für sich und sein Pferd ideal ist. Und im Zweifelsfall: Einfach mal ablassen und schauen, ob es auch ohne geht.

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 Foto: Heike Gruber

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